Sonntag, 16. Juni 2019

Zehnte Etappe: Steyr - Steyrtalbahn - Wien (170 km)

Die Steyrtalbahn war mir seit Jahrzehnten ein Begriff, da ein Nürnberger Gartenbahn-Hersteller jahrelang einen (wie sich herausstellte) nicht ganz vorbildgerechten Speisewagen ebendieser Steyrtalbahn im Sortiment hatte.

Steyr selbst war unerwartet schön, wir hatten für zwei Nächte eine Ferienwohnung gemietet. Der Abfahrtsbahnhof war bei unserer Ankunft seltsam verlassen, jedoch hat schlussendlich alles zur Zufriedenheit geklappt.

Schmalspurromantik, leicht eingestaubt
Hier fangen normalerweise Detektivgeschichten an..

Gleich erkannt: Baureihe U.
Sie können also nicht nur schön in Österreich.

Auf der Rückfahrt gab es original Kesselwürste (im Lokkessel gegart), was ich als Idee sensationell gut fand, leider konnten diese Würste geschmacklich nicht ganz halten, was man sich davon erhofft hatte.
Das war die letzte Museumseisenbahn auf der Tour 2019, Wien konnte kommen und machte den krönenden Abschluss.

Samstag, 15. Juni 2019

Neunte Etappe: Steyr - Waldviertelbahn - Steyr (269 km)

Der zwischenzeitliche Verschleiß auf der Tour und die sich nahende Sättigung in Bezug auf Schmalspurromantik ließ uns angesichts der langen Anreise kurz zögern, ob wir die Tour überhaupt auf uns nehmen sollten, da die Fahrzeit am Nachmittag verbunden mit einer langen Rückfahrt zur Unterkunft mächtig ins Kontor schlagen würde. Nach eingehender Diskussion im Familienrat enschieden wir uns dazu, das volle Programm durchzuziehen - zum Glück!

Schöne Lokomotiven können sie in Österreich.

An besagter Fahrt war auch die Jugendgruppe des Akkordeonvereins zugegen, und was in der Theorie für etwas Schauerkälte sorgen konnte, war in der Realität richtig nett anzuhören. Die Fahrt war top.

Auch noch in Betrieb: die beiden 2095er Dieselloks

Nur noch ein Torso: Alte Baureihe U.

Freitag, 14. Juni 2019

Achte Etappe: Zell am See - Steyr

Ein weiterer Reisetag. Wir kamen bei knallendem Sonnenschein in Steyr an und bis die Ferienwohnung fertig war, gab es ein Eis. Etwas schräg war, dass man tagsüber vor dem Haus nicht länger parken durfte, schlussendlich haben wir das Auto ein paar hundert Meter weiter oben abgestellt.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Siebte Etappe: Zell am See - Zillertalbahn - Zell am See (234 km)

Die Zillertalbahn. Den Namen kenne ich, seit ich lesen kann, aus den alten LGB-Katalogen, und natürlich sollte diese bei der Tour nicht fehlen. Das Parken auf einem kleinen Parkplatz war kostenlos, wenn man mit dem Dampfzug fährt, somit hatte sich dieses zu Beginn kleine Problem (es gab sonst kaum freie Parkplätze um den Bahnhof herum) von selbst gelöst.

Nostalgie-Waggon

Da keine fixen Sitzplätze vergeben wurden, suchten die Jungs wieder den schönsten Ort im Zug auf: auf der Bühne direkt hinter der Lok. Das Wetter war wieder super, das machte die Fahrt nochmal so schön.

Bewirtung im Zug

Der Wirtschaftswagen war toll hergerichtet mit Verzierungen an den Holzbalken, aber auch die anderen Waggons waren in einem auffällig guten Zustand.

Am Endhaltepunkt suchten wir ein laut Google sehr gutes Lokal auf, welches auch in der Realität sehr gut war, und aßen zu Mittag. Da es direkt an der Bahnstrecke lag, war hier ausreichend Unterhaltungsprogramm für die Jungs geboten.

Noch ein Eis zum Nachtisch, und schon wieder wurden die Waggons aufgesucht, damit man den Zug auch auf keinen Fall verpassen würde.

Auch schön.

Mittwoch, 12. Juni 2019

Sechste Etappe: Pinzgauer Lokalbahn


Etwas befremdlich war die angekündigte Abfahrtszeit des Nostalgiezuges um genau 9:18 Uhr. Auf den zweiten Blick macht das natürlich Sinn, denn der Dampfzug ist in den Regelbetrieb der Pinzgauer Lokalbahn eingebunden, welcher regulär von Dieseltriebwagen abgewickelt wird.

Die Anfahrt war wieder erfrischend kurz, in nicht einmal einer Viertelstunde waren wir da.

Einheits Wartehäuschen
Bezahlt wurde unkompliziert direkt im Zug, unsere Reservierung war von innen und außen gut lesbar an den Fenstern angebracht. Die Fahrt war kurzweilig, es gab ein paar Haltepunkte unterwegs, bis wir schlussendlich in Krimml beim Wasserfall ankamen.

Große Wassermassen
Das Foto fängt die unglaubliche Wassermenge, die abging, nicht wirklich ein. Laut Busfahrer, der uns vom Bahnhof zum Wasserfall und wieder zurück fuhr, konnten wir erfahren, dass es im April nochmals viel geschneit hatte und die letzten Tage so warm waren, dass der Wasserfall unüblich mächtig wurde.

Schönes Teil.
Auf der Rückfahrt suchten die Jungs wieder ihren Lieblingsplatz im Zug auf: auf der Bühne direkt hinter der Lok. Es war eine sehr schöne Fahrt, die sicher in bleibender Erinnerung bleiben wird!

Dienstag, 11. Juni 2019

Fünfte Etappe: Klagenfurt - Zell am See (225 km)

Ein Reisetag. Früh morgens wurde das Auto beladen und es ging von Klagenfurt weiter nach Zell am See. Wie das Navi es wollte, kamen wir wieder an Mauterndorf samt Bahnhof vorbei, diesmal war jedoch alles verlassen - das war uns völlig egal, wir erinnerten uns grinsend an die Begebenheit vor drei Tagen und waren froh.

In Zell am See angekommen, konnten wir glücklicherweise vorzeitig einchecken und nutzten die Zeit für einen Spaziergang ans Wasser und ein Abendessen in einem nicht zu weit entfernten Restaurant.

Ganz schön windig, schönes Panorama.

Montag, 10. Juni 2019

Vierte Etappe: Minimundus und Pyramidenkogel

Eine Kindheitserinnerung, die mir bis ins Erwachsenenalter geblieben war: das Minimundus in Klagenfurt. Ich erinnere mich noch genau an die Züge, die durch das gesamte Gelände fuhren (an die Bauwerke, mit Verlaub, überhaupt nicht) und irgendwie wollte ich, dass meine Familie das auch erleben sollte.

Die blau-gelben Teufelskicker und der kölsche Brasilianer
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg, vom Appartement aus waren es nur ca. 10 Minuten Fahrt. Das Wetter war erneut super und es war auch nicht viel los.

Um die Welt an einem Tag
Die Züge waren schön abwechslungsreich und bunt, die Jungs hatten viel Spaß, deren Strecken zu verfolgen und auf diese Weise den Park zu erleben. Und mein Großer (7) hat immerhin den Eiffelturm, das Brandenburger Tor und selbst den Hamburger Michel erkannt!

Der Petersplatz im Modell
Mein unbestrittenes Highlight an diesem Tag war auf jeden Fall der Petersplatz, gebaut im Maßstab 1:25 und von imposantem Ausmaß.

Der Raketenstart immer eine 15 Minuten vor der vollen Stunde wurde als spezielles Highlight angepriesen, aber dafür hätte die Rakete schon gern etwas mehr als die 2 Meter an einer Teleskopstange in die Luft steigen dürfen. Dennoch war es eine schöne Reise in die Vergangenheit und alles in allem ein tolles Erlebnis!

Da als Kombiticket gelöst, ging es wieder off topic in Bezug auf Eisenbahnen zum Pyramidenkogel. Dieser ist weitgehend aus Holz gebaut und zu Fuß zu erklimmen.

Ein schöner Turm, der Pyramidenkogel
Der Ausblick war natürlich super. Auf die Option, für 4 Euro auf einem Teppich die Tunnelröhre hinunter zu rutschen, haben wir lieber verzichtet, laut Zeitmessungsanzeige benötigt man mit 21 Sekunden jedoch nicht ganz so lange als zu Fuß..

Sonntag, 9. Juni 2019

Dritte Etappe: Klagenfurt - Stainzer Flascherlzug - Klagenfurt (232 km)

Das erste geplante Ziel mit Nostalgiedampf. Von der Konkurrenz aus dem Taurachtal am Vortag "gewarnt", dass der Flascherlzug seinen Namen nicht ganz umsonst haben würde, machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Erstes Zwischenziel war jedoch erst einmal der Wörthersee, dem wir eine kurze Stippvisite abstatteten.

Wörthersee bei Klagenfurt
Schließlich ging es nach Stainz. Der erste Eindruck war sehr positiv, alles super gepflegt und ein toller kleiner Park mit Spielplatz befand sich direkt am Bahnhof. Um 15 Uhr ging die Fahrt los.

Schicke Tenderlok
Wir saßen im Kinderwagen mit "Bibi Curcubita" und die Warnung, dass man hier den Flascherln nicht abgeneigt wäre, wurde zunehmends bestätigt. Kurz, man könnte den Zug auch den Promille-Express nennen, ein eigens zur Flüssigkeitaufnahme abgehaltener Zwischenstopp (samit Schießbude!) zementierte dieses Bild noch.

Fairerweise sei angemerkt, dass in Österreich Vatertag war (und ich als Vater bekam auf dem Rückweg auch noch eine Flasche Weißwein geschenkt) und was andere in ihrer Freizeit machen.. nun denn.

Die Fahrt an sich war die rumpeligste, die ich bislang erlebt habe, die Gleise sind reichlich holprig und uneben verlegt. Der Aufenthalt auf den Wagenplattformen war auch verboten, das war tatsächlich sinnvoll und nachvollziehbar.

Farbenfrohe Waggons
Alles in allem war es eine schöne Fahrt der etwas anderen Art.

Samstag, 8. Juni 2019

Zweite Etappe: Holzkirchen - Taurachbahn - Klagenfurt (349 km)

Der zweite Tag war wieder ein Reisetag, in der Retrospektive ein sehr anstrengender Tag mit viel Autos auf der Straße und einer nicht für möglich gehaltenen Überraschung. Kurz vor der Grenze ging der Stau los und zog sich bis weit nach Österreich hinein. Für die knapp 350 Kilometer sollten wir am Ende so um die sieben Stunden im Auto verbracht haben, die drei vom Rücksitz haben aber alle super mitgezogen!

Irgendwann unterwegs beschlossen sowohl die Google Navigation als auch das Bord-Navi, dass wir zur schnelleren Zielerreichung die Autobahn besser verlassen sollten, was wir auch taten. Als die Ortschaften Murau/Tamsweg ausgeschildert waren, klingelte etwas in meinem Kopf. Kurz darauf kreuzten Schmalspurschienen unseren Weg, ein paar hundert Meter später stand ein einsamer Kesselwagen an einem Ort namens Maria Pfaff, da dachte ich, steigst aus und machst ein Foto.

Maria Pfaff: direkt an der Straße liegt dieser kleine Bahnhof
Der Große entdeckte hinter dem Gebäude den Schornstein einer Minidampflok vorstechen, also sind wir kurz die 300 Meter zurück und auf die andere Straßenseite, um das aus der Nähe zu betrachten. Auf der Rückseite des Bahnhofs war ein Schild mit dem Namen "Taurach-Bahn", der Name war mir ein Begriff. Die Minidampflok entpuppte sich als Attrappe, einen Aufbau auf eine Lore. Nett, aber nun wirklich nichts besonderes.

Eine glückliche Fügung wollte es jedoch so, dass ein nettes älteres Ehepaar gerade mit den Vorbereitungen für einen Fahrtag beschäftigt war. Ein kurzes Gespräch später erfuhren wir, dass das zugehörige Rollmaterial im nur 5 km entfernten Mauterndorf untergestellt wäre und ihres Wissens auch jemand vor Ort sein müsste.

Eine Pause war ohnehin angesagt, also fuhren wir das kurze Stück wieder zurück und es waren auch tatsächlich Thomas und David da, die gerade eine Lok reparierten. Im Fuhrpark der Taurachbahn waren vier, fünf, sechs Dampfloks sowie eine Diesellok, das war schon beeindruckend.

Drehscheibe und allerhand Rollmaterial
Ein schönes Ding: die 699.01

Auch hier kamen wir sehr nett ins Gespräch und aus einer Eingebung heraus frage ich nach, ob sie zufällig etwas über den Verbleib der Aquarius, der erklärten Lieblingslok der beiden Großen wüssten. Die Antwort, die uns vorsichtig ausgedrückt sehr verblüffte war: "die steht hinten im Schuppen". Wir wussten, dass sie derzeit nicht in Betrieb und irgendwo in Österreich abgestellt ist, aber nur 250 Meter entfernt? Damit hatte ich nicht gerechnet!

Für uns wurden sogar kurz die Arbeiten unterbrochen und der Schuppen aufgesperrt. Das mag für die überwiegende Mehrheit der Leser nichts besonderes sein, wir fünf haben uns darüber aber sehr, sehr gefreut. Die Aquarius ist inzwischen bedingt einsatzbereit und laut Aussage des Experten eher kompliziert zu fahren, da das Heizen bei dieser Lok wohl eine Herausforderung ist.

Da steht sie, die Aquarius!
Ohne den Stau, die Dampflokattrappe, das Ehepaar und die beiden Lokmechaniker hätten wir sie vermutlich nicht zu Gesicht bekommen, daher auch auf diesem Weg nochmals unser herzlicher Dank für dieses kurze, jedoch sehr schöne Erlebnis!