Der zweite Tag war wieder ein Reisetag, in der Retrospektive ein sehr anstrengender Tag mit viel Autos auf der Straße und einer nicht für möglich gehaltenen Überraschung. Kurz vor der Grenze ging der Stau los und zog sich bis weit nach Österreich hinein. Für die knapp 350 Kilometer sollten wir am Ende so um die sieben Stunden im Auto verbracht haben, die drei vom Rücksitz haben aber alle super mitgezogen!
Irgendwann unterwegs beschlossen sowohl die Google Navigation als auch das Bord-Navi, dass wir zur schnelleren Zielerreichung die Autobahn besser verlassen sollten, was wir auch taten. Als die Ortschaften Murau/Tamsweg ausgeschildert waren, klingelte etwas in meinem Kopf. Kurz darauf kreuzten Schmalspurschienen unseren Weg, ein paar hundert Meter später stand ein einsamer Kesselwagen an einem Ort namens Maria Pfaff, da dachte ich, steigst aus und machst ein Foto.
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| Maria Pfaff: direkt an der Straße liegt dieser kleine Bahnhof |
Der Große entdeckte hinter dem Gebäude den Schornstein einer Minidampflok vorstechen, also sind wir kurz die 300 Meter zurück und auf die andere Straßenseite, um das aus der Nähe zu betrachten. Auf der Rückseite des Bahnhofs war ein Schild mit dem Namen "Taurach-Bahn", der Name war mir ein Begriff. Die Minidampflok entpuppte sich als Attrappe, einen Aufbau auf eine Lore. Nett, aber nun wirklich nichts besonderes.
Eine glückliche Fügung wollte es jedoch so, dass ein nettes älteres Ehepaar gerade mit den Vorbereitungen für einen Fahrtag beschäftigt war. Ein kurzes Gespräch später erfuhren wir, dass das zugehörige Rollmaterial im nur 5 km entfernten Mauterndorf untergestellt wäre und ihres Wissens auch jemand vor Ort sein müsste.
Eine Pause war ohnehin angesagt, also fuhren wir das kurze Stück wieder zurück und es waren auch tatsächlich Thomas und David da, die gerade eine Lok reparierten. Im Fuhrpark der Taurachbahn waren vier, fünf, sechs Dampfloks sowie eine Diesellok, das war schon beeindruckend.
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| Drehscheibe und allerhand Rollmaterial |
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| Ein schönes Ding: die 699.01 |
Auch hier kamen wir sehr nett ins Gespräch und aus einer Eingebung heraus frage ich nach, ob sie zufällig etwas über den Verbleib der Aquarius, der erklärten Lieblingslok der beiden Großen wüssten. Die Antwort, die uns vorsichtig ausgedrückt sehr verblüffte war: "die steht hinten im Schuppen". Wir wussten, dass sie derzeit nicht in Betrieb und irgendwo in Österreich abgestellt ist, aber nur 250 Meter entfernt? Damit hatte ich nicht gerechnet!
Für uns wurden sogar kurz die Arbeiten unterbrochen und der Schuppen aufgesperrt. Das mag für die überwiegende Mehrheit der Leser nichts besonderes sein, wir fünf haben uns darüber aber sehr, sehr gefreut. Die Aquarius ist inzwischen bedingt einsatzbereit und laut Aussage des Experten eher kompliziert zu fahren, da das Heizen bei dieser Lok wohl eine Herausforderung ist.
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| Da steht sie, die Aquarius! |
Ohne den Stau, die Dampflokattrappe, das Ehepaar und die beiden
Lokmechaniker hätten wir sie vermutlich nicht zu Gesicht bekommen, daher auch auf diesem Weg nochmals unser herzlicher Dank für dieses kurze, jedoch sehr schöne Erlebnis!