Sonntag, 9. Juni 2019

Dritte Etappe: Klagenfurt - Stainzer Flascherlzug - Klagenfurt (232 km)

Das erste geplante Ziel mit Nostalgiedampf. Von der Konkurrenz aus dem Taurachtal am Vortag "gewarnt", dass der Flascherlzug seinen Namen nicht ganz umsonst haben würde, machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Erstes Zwischenziel war jedoch erst einmal der Wörthersee, dem wir eine kurze Stippvisite abstatteten.

Wörthersee bei Klagenfurt
Schließlich ging es nach Stainz. Der erste Eindruck war sehr positiv, alles super gepflegt und ein toller kleiner Park mit Spielplatz befand sich direkt am Bahnhof. Um 15 Uhr ging die Fahrt los.

Schicke Tenderlok
Wir saßen im Kinderwagen mit "Bibi Curcubita" und die Warnung, dass man hier den Flascherln nicht abgeneigt wäre, wurde zunehmends bestätigt. Kurz, man könnte den Zug auch den Promille-Express nennen, ein eigens zur Flüssigkeitaufnahme abgehaltener Zwischenstopp (samit Schießbude!) zementierte dieses Bild noch.

Fairerweise sei angemerkt, dass in Österreich Vatertag war (und ich als Vater bekam auf dem Rückweg auch noch eine Flasche Weißwein geschenkt) und was andere in ihrer Freizeit machen.. nun denn.

Die Fahrt an sich war die rumpeligste, die ich bislang erlebt habe, die Gleise sind reichlich holprig und uneben verlegt. Der Aufenthalt auf den Wagenplattformen war auch verboten, das war tatsächlich sinnvoll und nachvollziehbar.

Farbenfrohe Waggons
Alles in allem war es eine schöne Fahrt der etwas anderen Art.

Samstag, 8. Juni 2019

Zweite Etappe: Holzkirchen - Taurachbahn - Klagenfurt (349 km)

Der zweite Tag war wieder ein Reisetag, in der Retrospektive ein sehr anstrengender Tag mit viel Autos auf der Straße und einer nicht für möglich gehaltenen Überraschung. Kurz vor der Grenze ging der Stau los und zog sich bis weit nach Österreich hinein. Für die knapp 350 Kilometer sollten wir am Ende so um die sieben Stunden im Auto verbracht haben, die drei vom Rücksitz haben aber alle super mitgezogen!

Irgendwann unterwegs beschlossen sowohl die Google Navigation als auch das Bord-Navi, dass wir zur schnelleren Zielerreichung die Autobahn besser verlassen sollten, was wir auch taten. Als die Ortschaften Murau/Tamsweg ausgeschildert waren, klingelte etwas in meinem Kopf. Kurz darauf kreuzten Schmalspurschienen unseren Weg, ein paar hundert Meter später stand ein einsamer Kesselwagen an einem Ort namens Maria Pfaff, da dachte ich, steigst aus und machst ein Foto.

Maria Pfaff: direkt an der Straße liegt dieser kleine Bahnhof
Der Große entdeckte hinter dem Gebäude den Schornstein einer Minidampflok vorstechen, also sind wir kurz die 300 Meter zurück und auf die andere Straßenseite, um das aus der Nähe zu betrachten. Auf der Rückseite des Bahnhofs war ein Schild mit dem Namen "Taurach-Bahn", der Name war mir ein Begriff. Die Minidampflok entpuppte sich als Attrappe, einen Aufbau auf eine Lore. Nett, aber nun wirklich nichts besonderes.

Eine glückliche Fügung wollte es jedoch so, dass ein nettes älteres Ehepaar gerade mit den Vorbereitungen für einen Fahrtag beschäftigt war. Ein kurzes Gespräch später erfuhren wir, dass das zugehörige Rollmaterial im nur 5 km entfernten Mauterndorf untergestellt wäre und ihres Wissens auch jemand vor Ort sein müsste.

Eine Pause war ohnehin angesagt, also fuhren wir das kurze Stück wieder zurück und es waren auch tatsächlich Thomas und David da, die gerade eine Lok reparierten. Im Fuhrpark der Taurachbahn waren vier, fünf, sechs Dampfloks sowie eine Diesellok, das war schon beeindruckend.

Drehscheibe und allerhand Rollmaterial
Ein schönes Ding: die 699.01

Auch hier kamen wir sehr nett ins Gespräch und aus einer Eingebung heraus frage ich nach, ob sie zufällig etwas über den Verbleib der Aquarius, der erklärten Lieblingslok der beiden Großen wüssten. Die Antwort, die uns vorsichtig ausgedrückt sehr verblüffte war: "die steht hinten im Schuppen". Wir wussten, dass sie derzeit nicht in Betrieb und irgendwo in Österreich abgestellt ist, aber nur 250 Meter entfernt? Damit hatte ich nicht gerechnet!

Für uns wurden sogar kurz die Arbeiten unterbrochen und der Schuppen aufgesperrt. Das mag für die überwiegende Mehrheit der Leser nichts besonderes sein, wir fünf haben uns darüber aber sehr, sehr gefreut. Die Aquarius ist inzwischen bedingt einsatzbereit und laut Aussage des Experten eher kompliziert zu fahren, da das Heizen bei dieser Lok wohl eine Herausforderung ist.

Da steht sie, die Aquarius!
Ohne den Stau, die Dampflokattrappe, das Ehepaar und die beiden Lokmechaniker hätten wir sie vermutlich nicht zu Gesicht bekommen, daher auch auf diesem Weg nochmals unser herzlicher Dank für dieses kurze, jedoch sehr schöne Erlebnis!

Freitag, 7. Juni 2019

Erste Etappe: Laupheim - München Allianz Arena - Holzkirchen (213 km)

Es ging los um die Mittagszeit. Die Jungs aus Schule, Kindergarten und U3 abholen, kurz aufs Klo und ab ins bereits gepackte Auto. Um 12:30 Uhr war Abfahrt. Die Temperaturen waren bereits auf hochsommerliche 30 Grad und mehr gestiegen, der Verkehr war bis München deutlich besser als befürchtet. Die letzten paar Kilometer vor der Arena gestalteten sich leider etwas zäh, wir waren aber dennoch rechtzeitig da.

Wir hatten eine "Standard" Stadionführung inklusive Erlebniswelt gebucht. Letztere war für die Jungs nicht besonders ergiebig, merke: einem Siebenjährigen und einem Fünfjährigen sagen Namen wie Franz Beckenbauer oder Mehmet Scholl nichts, selbst Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm interessieren nur am Rande.

Die Führung fand ich sehr gelungen, es waren alle relevanten Orte (PK-Raum, Umkleiden, Spielertunnel) dabei. Der Preis von 19 Euro pro Person ist jedoch äußerst happig.

Allianz Arena
Anschließend noch kurz ein paar Memorabilien im Fanshop gekauft und weiter ging es nach Holzkirchen, wo wir bei der kleinen Schwester einen schönen lauen Frühsommerabend verbrachten.

Donnerstag, 6. Juni 2019

Tour d'Autriche - Prolog

Nachdem die Dampfloktour durch Norddeutschland vor zwei Jahren allgemein ein schönes Erlebnis war, sollte dies im Jahr 2019 wiederholt werden. Dieses Mal stand Österreich auf dem Plan.

Wir wollten nicht ständig mit dem kompletten Gepäck umziehen, daher legten wir größeren Wert auf mehr Übernachtungen am selben Ort. Die Unterkünfte wurden daher strategisch zentral zwischen zwei oder drei Programmpunkten gesucht, sofern möglich.

Die meisten Museumseisenbahnen fahren nur an bestimmten Wochentagen, dies wurde ebenso berücksichtigt wie deren geografische Lage. Weiterhin wurde geschaut, was sich auf den Routen ansonsten noch Interessantes finden würde und wie es sich eventuell in die Tour einbauen ließe.

Daraus ergaben sich einige Streichungen und ein finales Gerüst:

1. Tag (Freitag) Anreise plus Stadionführung Allianz Arena, Übernachtung bei der Schwester in Holzkirchen
2. Tag (Samstag) Anreise nach Klagenfurt (3 Nächte Aufenthalt)
3. Tag (Sonntag) Stainzer Flascherlzug
4. Tag (Montag) Minimundus Klagenfurt
5. Tag (Dienstag) Transfer nach Zell am See (3 Nächte Aufenthalt)
6. Tag (Mittwoch) Murtalbahn Nostalgiezug (Pinzgauer Lokalbahn)
7. Tag (Donnerstag) Zillertalbahn
8. Tag (Freitag) Transfer nach Steyr (2 Nächte Aufenthalt)
9. Tag (Samstag) Waldviertelbahn
10. Tag (Sonntag) Steyrtalbahn + Transfer nach Wien (3 Nächte Aufenthalt)

Anfang Juni ging es los.

Sonntag, 12. August 2018

Härtsfeldbahn Bahnhofsfest

Die Härtsfeldbahn stand bereits seit einiger Zeit auf der ToDo-Liste für einen Besuch und das diesjährige Bahnhofsfest war ein willkommener Anlass für eine Stippvisite. Gut eine Stunde Fahrzeit bis zum Zielort ist auch okay, wenn man Dampfloks mag und mal etwas anderes sehen will.

Mit viel Glück hatten noch einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Geschehen gefunden. Normalerweise sind ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden, jedoch wurde die Fläche für ein Oldtimer-Treffen benötigt. Hier gab es ebenfalls reichlich altes Blech zu sehen.

halbe Dampflok
Die Härtsfeldbahn nennt augenscheinlich zwei Dampfloks ihr eigen, wovon eine momentan betriebsbereit ist. Dazu gibt es "Jumbo", eine Diesellok, sowie zwei Dieseltriebwagen (davon einer betriebsbereit).

Durch diese hohle Gasse..
Die Streckenführung ist sehr schön, während der stündlich durchgeführten Pendelfahrten (Zweizugbetrieb, abwechselnd Dampflok und Dieseltriebwagen) wurden auch die Oldtimer und historischen Traktoren parallel zur Strecke ausgefahren, sodass sich ein stimmiges Bild aus früheren Zeiten zeichnete. Leider war die zum Bahnhofsfest befahrene Strecke reichlich kurz (nur ca. 2 Kilometer).

schöner alter Triebwagen
Die Bewirtung war okay. Kritikpunkte waren die Abrechnung per Tablet, welches offensichtlich nicht so tat wie die beiden Herren, die es bedienten, es gerne gewollt hätten. Somit ergaben sich unnötig lange Wartezeiten. Das Speiseangebot war mir persönlich auch zu einseitig, es gab Wurst, Wurst oder Leberkäs.

Haltepunkt

Trivia Härtsfeldbahn
Spurweite 1.000 mm
Streckenlänge 2,0 km
Vmax ca. 25 km/h
Fahrtzeit hin & zurück total ca. 45 Minuten
Bewertung 4 Sterne

Sonntag, 20. Mai 2018

Pressnitztalbahn: 50 Jahre LGB in Jöhstadt

Über eine Werbung auf Facebook wurde ich auf das 50-jährige Jubiläum von LGB aufmerksam. Als Teil der Feierlichkeiten sollte in Jöhstadt (Erzgebirge) eine entsprechende Veranstaltung stattfinden, welche von der Beschreibung her recht verlockend klang. Google Maps spuckte als benötigte Fahrzeit knapp 5 Stunden aus, sportlich, aber machbar. Die lange Anreise war aber Grund genug, dass wir uns für eine Unterkunft vor Ort für die Nacht entschieden.

Morgens früh um 8 Uhr war Abfahrt, wir kamen gut durch und waren kurz nach 13 Uhr in Jöhstadt angekommen - die Route führte am Ende ein kurzes Teilstück durch Tschechien, waren wir also auch einmal dort.. vor Ort in Jöhstadt waren die Parkplätze nicht ganz so glücklich ausgeschildert, jedoch haben wir trotz hohem Besucheraufkommen noch einen passablen Standplatz finden können.

Der erste Eindruck an den Bahngleisen war sogleich sehr positiv: am Endbahnhof war ein dreiständiger Lokschuppen und es herrschte reger Betrieb. Aus Rügen waren zwei wohlbekannte Loks samt Waggons überführt worden, welche bei den Fahrten unterstützten. Überhaupt wurde viel umgesetzt, Wasser getankt, Kohlen befüllt und es wurde geputzt und gewienert - kurz, es gab einiges zu Sehen. Abseits der Schienen stand ein Festzelt mit Live-Musik, es gab Kaffee und Kuchen sowie eine Tombola.

Mächtig was los in Jöhstadt
Sächsische IV K mit Jubiläums-Logo
Sächsische VI K
An einer Bude waren Tickets für die Fahrten für die komplette reguläre Fahrt bis nach Steinbach zu erwerben, was wir sogleich taten, wenngleich die Fahrt für den nächsten Tag geplant war. Das Hauptgeschehen fand in der knapp 500 Meter entfernten Fahrzeughalle statt - die Fahrt mit dem Zug dorthin war kostenlos, eine tolle Idee! Man hätte also grundsätzlich den ganzen Tag zwischen Endbahnhof Jöhstadt und der Fahrzeughalle kostenlos hin und her pendeln können, was jedoch angesichts der recht kurzen Fahrzeiten vermutlich schnell albern geworden wäre.

Wir entschieden uns dazu, zunächst die Fahrzeughalle aufzusuchen. Dort wurden wir von zwei Köfs begrüßt, bevor es dann in Richtung Geschehen ging. Neben der Fahrzeughalle waren in Zelten zwei Showanlagen aufgebaut, welche beide sehr schöne Details aufwiesen. Das Modell-Land war ebenfalls mit einem (recht großen) Stand vertreten, außerdem gab es noch Fresstände und ein größeres Zelt mit Biertischgarnituren für die Nahrungsaufnahme.

Empfangskomitee
In der Fahrzeughalle gab es ebenfalls Showanlagen, LGB hatte einen Verkaufs- und Infostand mit Spielanlagen für die Kleinen, Massoth war ebenfalls da und beim Deutschen Eisenbahn Verlag kündigte der aus dem TV bekannte Hagen von Ortloff via Lautsprecher die jeweils vor der Tür eintreffenden Lokomotiven an und schrieb eifrig Autogramme. Alles in allem dauerte es einige Stunden, bis man sich halbwegs sattgesehen hatte und die Unterkunft aufsuchte.

Die Apartments Fichtelberger Blick (ca. 20 Minuten von Jöhstadt entfernt) zu finden erwies sich als schwierig, da die Straße offenbar zweimal existierte. Die örtliche Polizei war jedoch sehr hilfsbereit und wies den Weg. Wir hatten schließlich zwei nebeneinander liegende Doppelzimmer mit Küchenleiste, eigenem Bad und massig Platz - sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis!

Parallel zu unserem Weg von Jöhstadt zum Appartement verläuft teilweise auch noch die Weißeritztalbahn, sodass diese ebenfalls mit einer sehr kurzen Stippvisite bedacht wurde.

Sächsische VII K der Weißeritztalbahn

Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Jöhstadt, um die komplette Tour nach Steinbach zu machen. Anlässlich des Jubiläums wurde ein Dreizug-Betrieb realisiert, was vermutlich nur echte Enthusiasten interessieren wird.. die mit acht Kilometern Länge recht kurze Strecke allerdings war die bislang schönste, die wir befahren hatten (wobei das fantastische Wetter sicherlich ihren Teil dazu beitrug): schön kurvig, abwechslungsreich durch Wälder und über Felder sowie mit einigen kleinen Brücken, toll!

Zwischenhalt Schmalzgrube
Am Endbahnhof bestanden die Dampflokfreunde darauf, auf den nächsten eintreffenden Zug zu warten, jedoch ging die Dreiviertelstunde Warten vor Ort auch recht zügig vorbei.

Endbahnhof mit Wasserturm (und Wasserstandsanzeige)
Alles in allem war es ein sehr schöner Ausflug, leider ist Jöhstadt etwas weit entfernt.

Trivia Pressnitztalbahn
Spurweite 750 mm
Streckenlänge 8,0 km
Vmax ca. 25 km/h
Fahrtzeit hin & zurück total ca. 45 Minuten
Bewertung 5 Sterne

Dienstag, 1. Mai 2018

Tagesausflug in den Schwarzwald

Am heutigen 1. Mai wurde die Sauschwänzle-Bahn im Schwarzwald besucht, da sie einerseits sehr positiv bewertet wird und sich andererseits gerade noch als Ziel für einen Tagesausflug eignet. Der Fahrplan sah für diesen Tag zwei Fahrten vor, eine vormittags, eine nachmittags, und nach ein wenig Diskussion und Überlegungen entschieden wir uns für die Vormittags-Fahrt, welche um 10:10 Uhr ab Blumberg losgehen würde.

Um ca. 7:20 Uhr saßen alle pünktlich im Auto. Die Fahrt dauerte insgesamt etwas mehr als die veranschlagten zwei Stunden, sodass wir rechtzeitig vor Ort waren. Die Schlange am Fahrkarten-Schalter brachte uns nochmals etwas mehr als eine Viertelstunde Wartezeit ein, sodass es zeitlich ziemlich genau passte.

Der erste Eindruck vor Ort war sehr positiv: Direkt am Kreisverkehr ist der Bahnhof, der Zug war bereits abfahrbereit eingereiht und nicht zu übersehen. Eine ausrangierte alte Köf wies den Weg zum Parkplatz, auch das angeschlossene Bahnmuseum sowie der Bahnshop sind untrügliche Indizien, dass man sich nicht verfahren hat. Außerdem ist alles sehr gut ausgeschildert und dank des einheitlichen Designs der Hinweise sehr schnell zu finden.

Das Verkaufspersonal war wie alle anderen Mitarbeiter angenehm höflich und zuvorkommend und die gekaufte Fahrkarte sieht toll aus, ein schönes Souvenir. Etwas irritierend fand ich die feste Vergabe von Sitzplätzen im überwiegend leeren Zug, macht aber sicher Sinn an Tagen, an denen viel los ist.

Die Lokomotive ist ein Vierkuppler der Baureihe 86, sie läuft unter der internen Betriebsnummer 262. Die Waggons waren teils alte dreiachsige Umbauwagens, teils vierachsige Stahlwagen, zumindest soweit ich das sehen konnte. Die Polsterung war original, sprich in die Jahre gekommen. Die Sauberkeit.. eine Dampflok produziert naturgemäß Emissionen und von CO2-Neutralität kann nicht die Rede sein, das macht ja einen Gutteil des Charmes aus. Jedoch finde ich, dass die Waggons auch unter Berücksichtigung dieser Umstände gerne etwas sauberer sein durften.

Die Fahrt an sich war ganz nett, unterwegs wurden aus dem (etwas krächzenden) Lautsprecher interessante Fakten zur Bahn abgespielt. An den Haltepunkten konnte man nicht aussteigen, dafür war der Aufenthalt stets zu kurz. Alles in allem war es ganz nett, leider konnte der sehr gute erste Eindruck nicht gefestigt werden und es fehlte ein wenig der Charme. Die insgesamt viereinhalb Stunden Reisezeit haben sich leider nicht restlos gelohnt.

Trivia Sauschwänzlebahn
Spurweite 1.435 mm
Streckenlänge ca. 26 km
Vmax 50 km/h
Fahrtzeit hin & zurück total ca. 90 Minuten
Bewertung 3 Sterne


Donnerstag, 3. August 2017

Neunte Etappe: Harzer Schmalspurbahnen (0 km)

Der letzte Urlaubstag führte uns zu Fuß vom Hotel an den Bahnhof. Der Spaziergang durch die Altstadt war sehr schön, Wernigerode ist eine alte Stadt mit viel Fachwerk und alten Kirchen sowie sogar einem Schloss, welches dem Hotel Schlossblick seinen Namen gab. Am Ende des Tages sollte der Ali tatsächlich nicht auch nur einen Meter bewegt worden sein.





Am Bahnhof angekommen, wurden sogleich die Tickets für die heutige Fahrt gelöst. Die Kinder, da alle unter sechs Jahren, fuhren kostenlos, für uns Erwachsenen haben wir bis Drei Annen Hohne und zurück gebucht. Es gibt hier keinen Einheitstarif, die Ticketpreise variieren sehr flexibel je nach gewünschter Strecke. Die Tour auf den Brocken hatten wir letztes Jahr schon einmal gemacht, ich fand sie im Vergleich mit über 40 Euro pro Person unverhältnismäßig teuer. Wer auf den Brocken-Ausblick verzichten kann (also wirklich nur wegen der Dampfzüge ein Ticket löst), ist meiner Ansicht nach mit einem Ticket z. B. bis nach Schierke besser bedient.

Die Fahrt heute dauerte eine knappe Dreiviertelstunde hin (da bergauf) und eine gute halbe Stunde zurück (da bergab). Unterwegs wurde über Lautsprecher allerlei Wissenswertes über die unmittelbare Umgebung durchgegeben, was sehr kurzweilig war.




 

Zugbegegnung in Drei Annen Hohne

An dieser Stelle sei vorab die Bewertung eingebaut: für kleine Dampfeisenbahn-Freunde ist die Aussichtsplattform überhaupt DER Bringer. Hier wurden bereits wortwörtlich Stunden damit verbracht, die Loks aus dem Lokschuppen über die Drehscheibe zum Bekohlungskran und wieder zurück zu beobachten. Die Sicht auf das Material ist super und das Personal sehr auskunftsfreudig. Leider ist die Preispolitik sehr ambitioniert, dennoch sind die 5 Sterne angemessen.

Wieder am Bahnhof angekommen wurde das rege Treiben am Betriebswerk noch ausführlich betrachtet, bevor wir uns Richtung historischer Innenstadt aufmachten.

Dort wurde noch mit der Wernigeröder Bimmelbahn gefahren, einer Spaßbahn, die auf der Straße fährt. Die Route führte uns hoch zum Schloss und sogleich auch wieder herunter. Auch hier wurde über die Lautsprecher allerlei Wissenswertes durchgegeben.

Vor dem Abendessen, welches uns wieder in das spanische Lokal Bodega führen sollte, saßen wir bei schönestem Sommerwetter am Marktplatz und tranken Apfelschorle, Limo, Spezi und Cappucino. Das Essen war wie gestern hervorragend, anschließend gab es noch eine Kugel Eis aus der Waffel zum Urlaubsende. Morgen geht es wieder zurück.

Trivia Harzer Schmalspurbahn
Spurweite 1.000 mm
Streckenlänge 140 km (total)
Vmax 40 km/h (Harzbulle)
Fahrtzeit hin & zurück total* ca. 75 Minuten
Bewertung 5 Sterne

* bei der gebuchten Fahrt

Mittwoch, 2. August 2017

Achte Etappe: Hof Kranichstein - Hotel Schlossblick (520 km)

Es geht wieder dramatisch in Richtung Süden. Krümels Schlafphase begann um kurz nach acht, dementsprechend hektisch war das Beladen des Familienbombers und ab auf die Autobahn.

Wernigerode hat viel mehr zu bieten als die Aussichtsplattform, aber wegen eben jener waren wir ja überhaupt erst hier. Also bitteschön:





Gegen fünf wurde aufgrund eines Tipps vom Hotelpersonal das spanische Lokal "Bodega" (Google: 4,5 Sterne) in Fußreichweite zum Hotel aufgesucht und wir waren mehr als begeistert. Das Essen war top, der Service war oberhalb jeglicher Erwartungen, so haben wir diesen sehr schönen Urlaubstag in vollen Zügen genossen.

Dienstag, 1. August 2017

Siebte Etappe: Rasender Roland (30 km)

Die Unterkunft wurde bewusst in der Nähe des Rasenden Roland gewählt, nach dem Frühstück ging es auch schon direkt los. Vor Ort am Startbahnhof Putbus musste ich sogleich Zeuge und Darsteller eines bizarren, gar kafkaesken Schauspiels werden, da ich den Ali zunächst auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abgestellt hatte und parallel zum Parkplatz eine quasi unbenutzte, recht breite Nebenstraße verläuft, wo eine Frau ihr Auto abgestellt hatte:

Ich: "Guten Tag, wie lange kann man denn sein Auto dort abstellen, wo Sie Ihres abgestellt haben?
Sie: "Theoretisch bis heute Abend."
Ich: "Und das kostet dort nichts, oder?"
Sie: "Nein, das kostet nichts. Aber Sie stehen ja mit Ihrem Auto gut da, wo Sie stehen."
Ich: "Aber mein Parkplatz ist doch kostenpflichtig, oder?"
Sie: "Ja, aber es kostet nur vier Euro bis heute Abend, das ist doch günstig! Sehen Sie, die Touristen parken hier immer die Straße voll, ich arbeite hier und kann mir keine vier Euro Parkgebühren am Tag leisten!"

Auf deutsch: "Du Touri-Assi hast Geld genug, Du zahlst gefälligst fürs Parken und lässt die kostenlosen uns armen, armen Einheimischen!" Ehrensache, dass ich den Ali nochmals umgeparkt habe.




Besonders interessant: Kreuzung von Normal- und Schmalspur


 


 

Nach ungefähr 2,5 Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt zurück. Direkt am Bahnhof gibt es einen Italiener ("Rosenhof"), wo zwanzig Sekunden Recherche im Internet uns schnell davon abgebracht haben, diesen aufzusuchen (Google-Bewertung: 3,0 Sterne).

Stattdessen haben wir die fünf Minuten Fahrt zur "Jägerhütte Putbus" (4,7 Sterne, Platz 1 der Empfehlungen für Putbus auf Tripadvisor) auf uns genommen, hier war das Essen schwerst okay und die Wirtin supernett. Bis wir fertig mit Essen waren, war es bereits 15 Uhr. Auf dem Heimweg noch einen örtlichen "Famila"-Supermarkt mit ordentlich Lokalkolorit aufgesucht und bis wir wieder zurück im Appartement waren, war vier Uhr am Nachmittag.

Für eine 5-Sterne-Bewertung hat mir ein wenig das "besondere Etwas" gefehlt, obwohl rein nüchtern alles für eine sehr schöne Fahrt vorhanden war. Es war ein tolles Erlebnis und die 4 Sterne sind mehr als verdient.

Trivia Rasender Roland
Spurweite 750 mm
Streckenlänge 24,1 km
Vmax 30 km/h
Fahrtzeit hin & zurück total ca. 3:00 Stunden
Bewertung 4 Sterne