Sonntag, 20. Mai 2018

Pressnitztalbahn: 50 Jahre LGB in Jöhstadt

Über eine Werbung auf Facebook wurde ich auf das 50-jährige Jubiläum von LGB aufmerksam. Als Teil der Feierlichkeiten sollte in Jöhstadt (Erzgebirge) eine entsprechende Veranstaltung stattfinden, welche von der Beschreibung her recht verlockend klang. Google Maps spuckte als benötigte Fahrzeit knapp 5 Stunden aus, sportlich, aber machbar. Die lange Anreise war aber Grund genug, dass wir uns für eine Unterkunft vor Ort für die Nacht entschieden.

Morgens früh um 8 Uhr war Abfahrt, wir kamen gut durch und waren kurz nach 13 Uhr in Jöhstadt angekommen - die Route führte am Ende ein kurzes Teilstück durch Tschechien, waren wir also auch einmal dort.. vor Ort in Jöhstadt waren die Parkplätze nicht ganz so glücklich ausgeschildert, jedoch haben wir trotz hohem Besucheraufkommen noch einen passablen Standplatz finden können.

Der erste Eindruck an den Bahngleisen war sogleich sehr positiv: am Endbahnhof war ein dreiständiger Lokschuppen und es herrschte reger Betrieb. Aus Rügen waren zwei wohlbekannte Loks samt Waggons überführt worden, welche bei den Fahrten unterstützten. Überhaupt wurde viel umgesetzt, Wasser getankt, Kohlen befüllt und es wurde geputzt und gewienert - kurz, es gab einiges zu Sehen. Abseits der Schienen stand ein Festzelt mit Live-Musik, es gab Kaffee und Kuchen sowie eine Tombola.

Mächtig was los in Jöhstadt
Sächsische IV K mit Jubiläums-Logo
Sächsische VI K
An einer Bude waren Tickets für die Fahrten für die komplette reguläre Fahrt bis nach Steinbach zu erwerben, was wir sogleich taten, wenngleich die Fahrt für den nächsten Tag geplant war. Das Hauptgeschehen fand in der knapp 500 Meter entfernten Fahrzeughalle statt - die Fahrt mit dem Zug dorthin war kostenlos, eine tolle Idee! Man hätte also grundsätzlich den ganzen Tag zwischen Endbahnhof Jöhstadt und der Fahrzeughalle kostenlos hin und her pendeln können, was jedoch angesichts der recht kurzen Fahrzeiten vermutlich schnell albern geworden wäre.

Wir entschieden uns dazu, zunächst die Fahrzeughalle aufzusuchen. Dort wurden wir von zwei Köfs begrüßt, bevor es dann in Richtung Geschehen ging. Neben der Fahrzeughalle waren in Zelten zwei Showanlagen aufgebaut, welche beide sehr schöne Details aufwiesen. Das Modell-Land war ebenfalls mit einem (recht großen) Stand vertreten, außerdem gab es noch Fresstände und ein größeres Zelt mit Biertischgarnituren für die Nahrungsaufnahme.

Empfangskomitee
In der Fahrzeughalle gab es ebenfalls Showanlagen, LGB hatte einen Verkaufs- und Infostand mit Spielanlagen für die Kleinen, Massoth war ebenfalls da und beim Deutschen Eisenbahn Verlag kündigte der aus dem TV bekannte Hagen von Ortloff via Lautsprecher die jeweils vor der Tür eintreffenden Lokomotiven an und schrieb eifrig Autogramme. Alles in allem dauerte es einige Stunden, bis man sich halbwegs sattgesehen hatte und die Unterkunft aufsuchte.

Die Apartments Fichtelberger Blick (ca. 20 Minuten von Jöhstadt entfernt) zu finden erwies sich als schwierig, da die Straße offenbar zweimal existierte. Die örtliche Polizei war jedoch sehr hilfsbereit und wies den Weg. Wir hatten schließlich zwei nebeneinander liegende Doppelzimmer mit Küchenleiste, eigenem Bad und massig Platz - sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis!

Parallel zu unserem Weg von Jöhstadt zum Appartement verläuft teilweise auch noch die Weißeritztalbahn, sodass diese ebenfalls mit einer sehr kurzen Stippvisite bedacht wurde.

Sächsische VII K der Weißeritztalbahn

Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Jöhstadt, um die komplette Tour nach Steinbach zu machen. Anlässlich des Jubiläums wurde ein Dreizug-Betrieb realisiert, was vermutlich nur echte Enthusiasten interessieren wird.. die mit acht Kilometern Länge recht kurze Strecke allerdings war die bislang schönste, die wir befahren hatten (wobei das fantastische Wetter sicherlich ihren Teil dazu beitrug): schön kurvig, abwechslungsreich durch Wälder und über Felder sowie mit einigen kleinen Brücken, toll!

Zwischenhalt Schmalzgrube
Am Endbahnhof bestanden die Dampflokfreunde darauf, auf den nächsten eintreffenden Zug zu warten, jedoch ging die Dreiviertelstunde Warten vor Ort auch recht zügig vorbei.

Endbahnhof mit Wasserturm (und Wasserstandsanzeige)
Alles in allem war es ein sehr schöner Ausflug, leider ist Jöhstadt etwas weit entfernt.

Trivia Pressnitztalbahn
Spurweite 750 mm
Streckenlänge 8,0 km
Vmax ca. 25 km/h
Fahrtzeit hin & zurück total ca. 45 Minuten
Bewertung 5 Sterne

Dienstag, 1. Mai 2018

Tagesausflug in den Schwarzwald

Am heutigen 1. Mai wurde die Sauschwänzle-Bahn im Schwarzwald besucht, da sie einerseits sehr positiv bewertet wird und sich andererseits gerade noch als Ziel für einen Tagesausflug eignet. Der Fahrplan sah für diesen Tag zwei Fahrten vor, eine vormittags, eine nachmittags, und nach ein wenig Diskussion und Überlegungen entschieden wir uns für die Vormittags-Fahrt, welche um 10:10 Uhr ab Blumberg losgehen würde.

Um ca. 7:20 Uhr saßen alle pünktlich im Auto. Die Fahrt dauerte insgesamt etwas mehr als die veranschlagten zwei Stunden, sodass wir rechtzeitig vor Ort waren. Die Schlange am Fahrkarten-Schalter brachte uns nochmals etwas mehr als eine Viertelstunde Wartezeit ein, sodass es zeitlich ziemlich genau passte.

Der erste Eindruck vor Ort war sehr positiv: Direkt am Kreisverkehr ist der Bahnhof, der Zug war bereits abfahrbereit eingereiht und nicht zu übersehen. Eine ausrangierte alte Köf wies den Weg zum Parkplatz, auch das angeschlossene Bahnmuseum sowie der Bahnshop sind untrügliche Indizien, dass man sich nicht verfahren hat. Außerdem ist alles sehr gut ausgeschildert und dank des einheitlichen Designs der Hinweise sehr schnell zu finden.

Das Verkaufspersonal war wie alle anderen Mitarbeiter angenehm höflich und zuvorkommend und die gekaufte Fahrkarte sieht toll aus, ein schönes Souvenir. Etwas irritierend fand ich die feste Vergabe von Sitzplätzen im überwiegend leeren Zug, macht aber sicher Sinn an Tagen, an denen viel los ist.

Die Lokomotive ist ein Vierkuppler der Baureihe 86, sie läuft unter der internen Betriebsnummer 262. Die Waggons waren teils alte dreiachsige Umbauwagens, teils vierachsige Stahlwagen, zumindest soweit ich das sehen konnte. Die Polsterung war original, sprich in die Jahre gekommen. Die Sauberkeit.. eine Dampflok produziert naturgemäß Emissionen und von CO2-Neutralität kann nicht die Rede sein, das macht ja einen Gutteil des Charmes aus. Jedoch finde ich, dass die Waggons auch unter Berücksichtigung dieser Umstände gerne etwas sauberer sein durften.

Die Fahrt an sich war ganz nett, unterwegs wurden aus dem (etwas krächzenden) Lautsprecher interessante Fakten zur Bahn abgespielt. An den Haltepunkten konnte man nicht aussteigen, dafür war der Aufenthalt stets zu kurz. Alles in allem war es ganz nett, leider konnte der sehr gute erste Eindruck nicht gefestigt werden und es fehlte ein wenig der Charme. Die insgesamt viereinhalb Stunden Reisezeit haben sich leider nicht restlos gelohnt.

Trivia Sauschwänzlebahn
Spurweite 1.435 mm
Streckenlänge ca. 26 km
Vmax 50 km/h
Fahrtzeit hin & zurück total ca. 90 Minuten
Bewertung 3 Sterne


Donnerstag, 3. August 2017

Neunte Etappe: Harzer Schmalspurbahnen (0 km)

Der letzte Urlaubstag führte uns zu Fuß vom Hotel an den Bahnhof. Der Spaziergang durch die Altstadt war sehr schön, Wernigerode ist eine alte Stadt mit viel Fachwerk und alten Kirchen sowie sogar einem Schloss, welches dem Hotel Schlossblick seinen Namen gab. Am Ende des Tages sollte der Ali tatsächlich nicht auch nur einen Meter bewegt worden sein.





Am Bahnhof angekommen, wurden sogleich die Tickets für die heutige Fahrt gelöst. Die Kinder, da alle unter sechs Jahren, fuhren kostenlos, für uns Erwachsenen haben wir bis Drei Annen Hohne und zurück gebucht. Es gibt hier keinen Einheitstarif, die Ticketpreise variieren sehr flexibel je nach gewünschter Strecke. Die Tour auf den Brocken hatten wir letztes Jahr schon einmal gemacht, ich fand sie im Vergleich mit über 40 Euro pro Person unverhältnismäßig teuer. Wer auf den Brocken-Ausblick verzichten kann (also wirklich nur wegen der Dampfzüge ein Ticket löst), ist meiner Ansicht nach mit einem Ticket z. B. bis nach Schierke besser bedient.

Die Fahrt heute dauerte eine knappe Dreiviertelstunde hin (da bergauf) und eine gute halbe Stunde zurück (da bergab). Unterwegs wurde über Lautsprecher allerlei Wissenswertes über die unmittelbare Umgebung durchgegeben, was sehr kurzweilig war.




 

Zugbegegnung in Drei Annen Hohne

An dieser Stelle sei vorab die Bewertung eingebaut: für kleine Dampfeisenbahn-Freunde ist die Aussichtsplattform überhaupt DER Bringer. Hier wurden bereits wortwörtlich Stunden damit verbracht, die Loks aus dem Lokschuppen über die Drehscheibe zum Bekohlungskran und wieder zurück zu beobachten. Die Sicht auf das Material ist super und das Personal sehr auskunftsfreudig. Leider ist die Preispolitik sehr ambitioniert, dennoch sind die 5 Sterne angemessen.

Wieder am Bahnhof angekommen wurde das rege Treiben am Betriebswerk noch ausführlich betrachtet, bevor wir uns Richtung historischer Innenstadt aufmachten.

Dort wurde noch mit der Wernigeröder Bimmelbahn gefahren, einer Spaßbahn, die auf der Straße fährt. Die Route führte uns hoch zum Schloss und sogleich auch wieder herunter. Auch hier wurde über die Lautsprecher allerlei Wissenswertes durchgegeben.

Vor dem Abendessen, welches uns wieder in das spanische Lokal Bodega führen sollte, saßen wir bei schönestem Sommerwetter am Marktplatz und tranken Apfelschorle, Limo, Spezi und Cappucino. Das Essen war wie gestern hervorragend, anschließend gab es noch eine Kugel Eis aus der Waffel zum Urlaubsende. Morgen geht es wieder zurück.

Trivia Harzer Schmalspurbahn
Spurweite 1.000 mm
Streckenlänge 140 km (total)
Vmax 40 km/h (Harzbulle)
Fahrtzeit hin & zurück total* ca. 75 Minuten
Bewertung 5 Sterne

* bei der gebuchten Fahrt

Mittwoch, 2. August 2017

Achte Etappe: Hof Kranichstein - Hotel Schlossblick (520 km)

Es geht wieder dramatisch in Richtung Süden. Krümels Schlafphase begann um kurz nach acht, dementsprechend hektisch war das Beladen des Familienbombers und ab auf die Autobahn.

Wernigerode hat viel mehr zu bieten als die Aussichtsplattform, aber wegen eben jener waren wir ja überhaupt erst hier. Also bitteschön:





Gegen fünf wurde aufgrund eines Tipps vom Hotelpersonal das spanische Lokal "Bodega" (Google: 4,5 Sterne) in Fußreichweite zum Hotel aufgesucht und wir waren mehr als begeistert. Das Essen war top, der Service war oberhalb jeglicher Erwartungen, so haben wir diesen sehr schönen Urlaubstag in vollen Zügen genossen.

Dienstag, 1. August 2017

Siebte Etappe: Rasender Roland (30 km)

Die Unterkunft wurde bewusst in der Nähe des Rasenden Roland gewählt, nach dem Frühstück ging es auch schon direkt los. Vor Ort am Startbahnhof Putbus musste ich sogleich Zeuge und Darsteller eines bizarren, gar kafkaesken Schauspiels werden, da ich den Ali zunächst auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abgestellt hatte und parallel zum Parkplatz eine quasi unbenutzte, recht breite Nebenstraße verläuft, wo eine Frau ihr Auto abgestellt hatte:

Ich: "Guten Tag, wie lange kann man denn sein Auto dort abstellen, wo Sie Ihres abgestellt haben?
Sie: "Theoretisch bis heute Abend."
Ich: "Und das kostet dort nichts, oder?"
Sie: "Nein, das kostet nichts. Aber Sie stehen ja mit Ihrem Auto gut da, wo Sie stehen."
Ich: "Aber mein Parkplatz ist doch kostenpflichtig, oder?"
Sie: "Ja, aber es kostet nur vier Euro bis heute Abend, das ist doch günstig! Sehen Sie, die Touristen parken hier immer die Straße voll, ich arbeite hier und kann mir keine vier Euro Parkgebühren am Tag leisten!"

Auf deutsch: "Du Touri-Assi hast Geld genug, Du zahlst gefälligst fürs Parken und lässt die kostenlosen uns armen, armen Einheimischen!" Ehrensache, dass ich den Ali nochmals umgeparkt habe.




Besonders interessant: Kreuzung von Normal- und Schmalspur


 


 

Nach ungefähr 2,5 Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt zurück. Direkt am Bahnhof gibt es einen Italiener ("Rosenhof"), wo zwanzig Sekunden Recherche im Internet uns schnell davon abgebracht haben, diesen aufzusuchen (Google-Bewertung: 3,0 Sterne).

Stattdessen haben wir die fünf Minuten Fahrt zur "Jägerhütte Putbus" (4,7 Sterne, Platz 1 der Empfehlungen für Putbus auf Tripadvisor) auf uns genommen, hier war das Essen schwerst okay und die Wirtin supernett. Bis wir fertig mit Essen waren, war es bereits 15 Uhr. Auf dem Heimweg noch einen örtlichen "Famila"-Supermarkt mit ordentlich Lokalkolorit aufgesucht und bis wir wieder zurück im Appartement waren, war vier Uhr am Nachmittag.

Für eine 5-Sterne-Bewertung hat mir ein wenig das "besondere Etwas" gefehlt, obwohl rein nüchtern alles für eine sehr schöne Fahrt vorhanden war. Es war ein tolles Erlebnis und die 4 Sterne sind mehr als verdient.

Trivia Rasender Roland
Spurweite 750 mm
Streckenlänge 24,1 km
Vmax 30 km/h
Fahrtzeit hin & zurück total ca. 3:00 Stunden
Bewertung 4 Sterne

Montag, 31. Juli 2017

Sechste Etappe: Molli-Bahn - Baumwipfelpfad Binz - Hof Kranichstein (249 km)

Das Frühstück hatten wir kurzfristig und kurzerhand im Hotel zugebucht, im Auto saßen wir wieder irgendwann kurz nach neun Uhr morgens. Erstes Ziel war die Molli-Bahn, genauer gesagt der Start- und Endbahnhof Bad Kühlungsborn West. Diesen erreichten wir eine Dreiviertelstunde später. Sogleich fiel das kleine Freilicht-Museum mit Signalen und einem kleinen Feldbahnzug positiv auf.


Überhaupt war hier der professionellere und kommerziellere Ansatz sofort sichtbar: wie der Kaffeebrenner am Vortag war die komplette Anlage top gepflegt, das Unternehmen sich aber gleichzeitig dem touristischen Auftrag verpflichtet, täglich Dampfloks vor die Züge zu spannen, was aufgrund des vermutlich zigfachen Etats aber auch um einiges leichter zu realisieren sein sollte. So oder so war heute jedenfalls die erste Fahrt mit einer Dampflok, was im hauseigenen Fanblock für große Begeisterung sorgte.

Hin- und Rückfahrt dauerten insgesamt knapp zwei Stunden, in Bad Doberan sind die Gleise größtenteils in die Straße verlegt, der Zug fährt also ähnlich wie eine Straßenbahn mitten durch die Stadt.



 


Die Endstation Bad Doberan hielt als besonderes Schmankerl das "Café Dampf" bereit, wo Würstchen stilecht auf einem Smoker in Lokomotiv-Form gegrillt wurden.

Der Hammer: Ein Smoker in Dampflok-Form!

Umsetzen in Bad Doberan
Zur Bewertung der Molli-Bahn: der Mehrzugbetrieb (auch unter der Woche), die sehr gepflegten Anlagen und das Freilichtmuseum machen einen sehr guten ersten Eindruck, welcher durch die Fahrt selbst und die sehr interessante Streckenführung (unter anderem durch die Innenstadt von Bad Doberan) noch verstärkt wird. Natürlich handelt es sich hier um eine rein kommerzielle Touristenbahn, aber uns hat dies in keinster Weise gestört - im Gegenteil. 5 Sterne!

Danach ging es aufgrund eines Tipps von Onkel Paul zum Baumwipfelpfad in Binz. Hier handelt es sich um spiralförmige Türme, welche man zu Fuß auf einem Boden aus Holzplanken erklimmen kann, wobei der Hauptturm satte 40 Meter in die Höhe ragt. Insgesamt befindet man sich dann ungefähr 80 Meter über dem Meer mit einem sagenhaften Ausblick.

Mich fasziniert dabei immer das Rätsel, wie solche Riesenbauwerke wohl errichtet werden. Gestützt wird die Konstruktion durch zwölf Holzsäulen, die mit Stahl verstärkt werden. Die beiden Großen waren jedenfalls Feuer und Flamme und erklammen den Turm fast im Sprint, der Abstieg wurde nicht weniger rasant gemeistert.






Modell des Hauptturms

Trivia Molli-Bahn
Spurweite 750 mm
Streckenlänge 15,4 km
Vmax 40 km/h
Fahrtzeit hin & zurück total 1:50 Stunden
Bewertung 5 Sterne

Sonntag, 30. Juli 2017

Fünfte Etappe: Onkel Paul - Klützer Kaffeebrenner - Mecklenburger Mühle (230 km)

Am Vortag hatte ich gegenüber der Appartementanlage im Imbiss das Frühstück bestellt: Croissants und Brötchen, diese waren um 7:30 Uhr abholbereit. Nach dem Frühstück war auch schon wieder die Zeit der Abreise gekommen, alles in allem haben wir uns an der Schlei sehr wohl gefühlt und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass man dort eine Woche und länger schön Urlaub machen kann!

Das nächste Ziel auf unserer Tour war der Onkel meiner Frau, Paul, samt Frau Margrit, denn wenn man sich schon im tiefsten Norden aufhält, dann drängt sich ein Abstecher zur buckligen Verwandtschaft geradezu auf, zumal der Umweg, sofern überhaupt vorhanden, nur minimal war. Der Besuch war sehr schön und wie zu erwarten viel zu kurz, jedoch haben wir wieder eine Schlafphase des kleinen Krümels zur Weiterfahrt genutzt.

Als Geschenk für die Jungs gab es dann sogar noch zwei funktionstüchtige elektrische Lokomotiven der Spurweite N und einen Waggon der Spur H0 mit, worüber alle sich sehr gefreut haben!

Das wird die Gartenbahn innerhalb der Gartenbahn!
Wir kamen in Klütz um kurz nach zwei an und sahen gerade noch, wie der kleine Kaffeebrenner zur 14 Uhr Fahrt aufbrach - das war aber so kalkuliert, denn es wollte noch das Umfeld inspiziert und sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut gemacht werden, geplant war die 15 Uhr Fahrt.

Etwas schade war, dass wieder "nur" eine Diesellok fuhr, die beiden Dampfloks standen wohl aufgrund wirtschaftlicher Faktoren nur im abgeschlossenen Lokschuppen - sehr schade für die kleinen Dampfeisenbahnfreunde. Ein Highlight war die Segment-Drehscheibe, so etwas sieht man nicht allzu oft.


Segment-Drehscheibe

Überhaupt war der gesamte Bahnhofsbereich sehr gepflegt und sauber, aber das ist wohl wenigstens teilweise auch dem Umstand zu verdanken, dass hier erst wieder seit drei Jahren Betrieb herrscht. Eine Infotafel dokumentiert den Wiederaufbau seit dem Jahr 2011, dazu gibt es in einem Nebenraum ein sehr kleines Museum.

Der Lokschuppen mit den beiden Dampfloks
Bahnhofsgebäude mit Ticketverkauf und kleinem Museum
Zwei kleine große Dampfeisenbahnfreunde warten auf den Zug
Die Fahrt war mit 5 Kilometern einfacher Länge von der Distanz her sehr kurz, aber durch die langsame Fahrt auf den schmalen Gleisen sehr unterhaltsam. Die Rückfahrt im offenen Aussichtswagen war schlicht herrlich.

Offener Aussichtswagen
Auf Nachfrage durften wir nach der Rückkehr nach Klütz zusehen, wie die insgesamt vier Waggons von der Diesellok in den Schuppen geschoben wurden - dort waren noch fünf weitere Dieselloks sowie weiteres Rollmaterial zu sehen, allesamt zumindest auf den ersten Blick in einem optisch hervorragenden Zustand.

Offener Aussichtswagen: sehr luftig


Feierabend
Positiv sind das äußerst gepflegte Erscheinungsbild der gesamten Anlage sowie der top Unterhaltszustand des Rollmaterials zu bewerten, leider gibt es Abzüge für das nicht sehr transparante Fehlen der Dampflok, immerhin wird mit dieser online an allen Stellen geworben und sie dann nur an ausgewählten Tagen einzusetzen ist schon etwas frech.

Trivia Klützer Kaffeebrenner
Spurweite 600 mm
Streckenlänge 5,0 km
Vmax 20 km/h
Fahrtzeit hin & zurück total 50 Minuten
Bewertung 4 Sterne